Ihre Ansprechpartner

Michael Zauft & Dr. Holger Rößling
Projektleitung
Tel: (0331) 971 64 868/ -862
kalkmoore(at)naturschutzfonds.de



Töpchiner Seen


Landkreis: Dahme-Spreewald
Größe des FFH-Gebiets: 375 ha
Schutzstatus: Naturschutzgebiet „Töpchiner Seen“, Landschaftsschutzgebiet „Notte-Niederung“
Natura 2000: FFH-Gebiet, Code: DE 3847-304


Gebietsbeschreibung und aktuelle Situation

Hydrogenetische Moortypen: Durchströmtes Verlandungsmoor
Ökologische Moortypen: Reichmoor, Basen-Zwischenmoor

Vergleicht man historische Luftbilder und Karten von Töpchin mit der heutigen Situation so fallen vor allem zwei Entwicklungen auf. Die Seen sind kleiner geworden und dort wo vor 50 Jahren feuchte Wiesen noch mühsam gemäht wurden, breiten sich heute Schilf und Gehölze aus. Viele Jungerlenbestände haben ihren Ursprung in einer kurzen Trockenphase in den 1990er Jahren.

In den Bodenschichten deuten Braunmoose auf die ursprüngliche Herkunft der Sukzessionsflächen hin. Auf noch heute offenen mesotrophen und basenreichen Groß- bis Mittelseggen-Rieden kommen u.a. Gewöhnlicher Teufelsabbiss (Succisa pratensis) und Sumpf-Thujamoos (Helodium blandowii) vor. Weitere charakteristische Moosarten sind das Glänzende Filzschlafmoos (Homalothecium nitens), das Echte Sumpfmoos (Paludella squarrosa) und das Runde Torfmoos (Sphagnum teres).

Die Vielfalt der Moore zwischen Töpchin und Waldeck, dem ehemaligen Sputendorf, hat mit ganz unterschiedlichen Wasser- und Nährstoffverhältnissen zu tun.

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Die Vielfalt der Moore zwischen Töpchin und Waldeck, dem ehemaligen Sputendorf, hat mit ganz unterschiedlichen Wasser- und Nährstoffverhältnissen zu tun. Beeindruckend ist vor allem die Größe des Gebiets. Zahlreiche Kennarten des Lebensraumtyps Kalkreiche Niedermoore (LRT 7230) sind noch vorhanden.

Wie viele Verlandungsmoore benötigen auch die Moore um den Töpchiner See eine behutsame Nutzung.

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Ziele und geplante Maßnahmen

Der zum Mäher umgebaute Pistenbully verrichtet seine Arbeit im Projektgebiet Töpchiner See.

Wie viele Verlandungsmoore benötigen auch die Moore um den Töpchiner See eine behutsame Nutzung. Solche Flächen zu mähen ist schwierig und oft nur mit spezieller Technik möglich. Zudem passen solche Flächen nur noch in die Betriebskonzepte kleiner oder ökologisch wirtschaftender Tierhalterbetriebe. Doch bevor eine Nutzung beginnen kann, müssen meist erst Schilfbrachen gemäht und junge Gehölze entnommen werden. Hier kann das Projekt örtliche Landwirtschaftsbetriebe unterstützen und die Beweidung der Flächen mit Robust-Rindern oder Wasserbüffeln vorbereiten.

Einer genaueren Beobachtung bedürfen die Wasserstände und ihre Jahresverläufe. Möglicherweise wird es zum Erhalt der Moore notwendig werden, die Wasserstände in den Sommermonaten zu stabilisieren. Genauere Aussagen dazu sind aber nicht vor 2012 möglich.

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Wertvolle Flächen erworben

Im Projektgebiet Töpchiner Seen  konnte der NaturSchutzFonds im Rahmen des EU-Life Projektes einige der letzten natürlich offnen Braunmoosmoorflächen erwerben. Von Land aus sind diese Bereiche am Töpchiner See nahezu unerreichbar. Das Projektteam hat daher das günstige Wetter und den zugefrorenen See genutzt und sich in der letzten Februarwoche über das Eis auf den Weg zu den Flächen gemacht.

Während dieses Besuches konnte das Projektteam neben einer ganzen Reihe von Torfmoosen (Sphagnum) auch einige vom Aussterben bedrohte Braunmoose wie das Echte Sumpfmoos (Paludella squarrosa), das Sumpf-Thujamoos (Helodium blandowii) und das Glänzende Filzschlafmoos (Homalothecium nitens) fotographisch dokumentieren.

Im Gebiet Toepchiner Seen findet
man das seltene Sumpf-Thujamoos
und das Glänzende Filzschlafmoos

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Wasserbüffel zur Landschaftspflege

Schilf steht auf dem Speiseplan ...

Seit Anfang Mai lassen es sich vier Wasserbüffel im Projektgebiet Töpchin schmecken. Die genügsamen und geländegängigen Tiere sollen Schilf fressen und der kleinwüchsigen Moorvegetation wieder mehr Licht und Luft verschaffen. Die Betreuung der Wasserbüffel hat der Landwirtschafts- betrieb Simon aus Töpchin übernommen.

... hier zur Fotogalerie

Die Pflegemaßnahmen im Gebiet werden von der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde, den örtlichen Landwirtschaftsbetrieben und den Grundstückseigentümern durchgeführt.

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Eine botanische Überraschung

Stephan Runge (Luftbild Brandenburg) und Michael Zauft vom Kalkmoore-Projektteam waren im August 2011 im Projektgebiet unterwegs, um die letzten Dauerbeobachtungsflächen auf sehr unzugänglichen und naturnahen Flächen am Töpchiner See einzurichten.
Dabei gelang ihnen eine kleine botanische Sensation, denn Runge und Zauft entdeckten den wohl größten Bestand des Echten Sumpfmooses (Paludella squarrosa) in Brandenburg. Auf rund 5.000m² wächst diese stark gefährdete Art im Gebiet.
Dass das Echte Sumpfmoos im Gebiet Töpchiner Seen vorkommt, war zwar bekannt, aber meist sind jene Stellen nur wenige Quadratmeter groß. Ein solch ausgedehnter Bestand stellt eine echte Überraschung dar. Nebenbei gedeihen mit dem Glänzenden Filzschlafmoos, dem Sumpf-Thujamoos und dem Sumpfglanzkraut noch weitere typische und vom Aussterben bedrohte Kalkmoor-Arten in diesem Projektgebiet.

Stephan Runge und Michael Zauft
entdeckten das große Vorkommen
des Echten Sumpfmooses

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Mehr Wasser für die Töpchiner Seen

Nachdem in den letzten Jahren im Projektgebiet Töpchiner Seen viele Maßnahmen zur Rückdrängung von Gehölzen und Schilf erfolgreich umgesetzt wurden, kann endlich der Wasserhaushalt der Moore stabilisiert werden.
Starke Schwankungen der Jahreswasserstände in Verbindung mit einer Nährstoffanreicherung der Moorböden hatten in den letzten Jahrzehnten zu einem Rückgang der braunmoosreichen Kleinseggenriede geführt. Zur Stabilisierung der Moorwasserstände und damit zum Erhalt der Töpchiner Kalkmoore werden daher in den kommenden Wochen verschiedene wasserbauliche Maßnahmen durchgeführt.

An mehreren Stellen wurden Torfplomben in die Gräben eingesetzt, um die natürlichen Abflussverhältnisse wieder herzustellen.

Dazu gehören unter anderem die Kammerung des Ablaufgrabens vom Sputendorfer See und des  Umfluters am Oberen Töpchiner See. Dabei werden jeweils an mehreren Stellen Torfplomben in die Gräben eingesetzt, um die natürlichen Abflussverhältnisse wieder herzustellen. Im Hauptfließ in Höhe der Straßenbrücke Töpchin-Waldeck wird eine Stützschwelle errichtet. Sie ersetzt den Probestau, der vor etwa 1,5 Jahren an dieser Stelle eingebaut wurde. Die damals eingestellte Wasserhöhe wird beibehalten.

Die Maßnahmen werden durch die Firma BSD Baustoff und Gewässersanierung GmbH Dessau durchgeführt. Ökologisch werden die Baumaßnahmen durch UBB Umweltvorhaben Dr. Klaus Möller GmbH begleitet. Die Flächeneigentümer und Nutzer haben den Maßnahmen zugestimmt. Sie sind von der Wasser- und Naturschutzbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald genehmigt.

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